Umweltbelastungen
senken
Wir leben über unsere Verhältnisse
Nachhaltige Umweltpolitik ist nicht einfach Naturschutz. Sie ist Voraussetzung für unser Überleben.
Heute leben wir eindeutig über unsere Verhältnisse; wir leben auf Kosten kommender Generationen. Ein Umdenken ist dringend. Der schonende Umgang mit den Ressourcen, der Schutz der Umwelt in ihrer ganzen Vielfalt sind deshalb zentrale Anliegen unserer Politik.
Umweltpolitik muss auf Prävention ausgerichtet sein. Es ist auch aus finanzieller Sicht klüger, Schäden zu vermeiden als Schäden zu beheben. Investitionen für eine nachhaltige Umweltpolitik sind ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Sie schaffen Arbeitsplätze.
Bedrohung Klimaerwärmung
Die Erwärmung des Klimas ist eine Tatsache. Die Folgen werden immer spürbarer:
- Die globale Temperatur ist seit 1970 um 0.5°C gestiegen. Tendenz steigend.
- Seit 1850 hat die Fläche der Schweizer Gletscher um etwa 40% abgenommen.
- Im 20. Jahrhundert ist der Meeresspiegel weltweit um 10 bis 20 cm angestiegen.
- In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben schwere und verheerende Wetterereignisse auf der Nordhalbkugel deutlich zugenommen.
Unsere Gesellschaft ist klimapolitisch besonders gefordert. Denn sie ist nicht nur Mitverursacherin sondern auch Betroffene der Klimaerwärmung. Gibt es in den kommenden Jahren noch mehr Hochwasser und Erdrutsche als 2005? Müssen wir mit weiteren Hitzesommern und Dürreperioden rechnen? Wie schneesicher sind in Zukunft unsere Skigebiete?
Neben diesen lokalen Auswirkungen können die Folgen der globalen Klimaerwärmung ganze Völkergruppen zu Klimaflüchtlingen machen und damit Krieg und Armut hervorrufen.
Die Klimaerwärmung und ihre Ursachen müssen darum energisch angegangen werden. Mit dem Kyoto-Protokoll besteht eine internationale Vereinbarung, die den Weg weist. Die Schweiz muss alles unternehmen, um die Vorgaben des Kyoto-Protokolls zu erfüllen. Zudem müssen weitergehende Massnahmen geprüft und in die Wege geleitet werden.
Auf nationaler und kantonaler Ebene stehen folgende Massnahmen im Vordergrund:
- eine Lenkungsabgabe auf sämtlichen CO2-Emissionen
- Anreize für die Senkung des Verbrauchs fossiler Energieträger, z.B. die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung
- Unterstützung erneuerbarer Energien
- umweltverträgliche Verkehrspolitik
Feinstaub und Ozon reduzieren
Feinstaub (PM10) ist der Hauptindikator für die Gesundheitsbelastung aus der Luft. Schädliche Partikel verursachen Herz-Kreislauf- und Atemwegerkrankungen.
Die Belastung ist im Winter am bedrohlichsten, wenn sich der Feinstaub längere Zeit unter einer kompakten Nebeldecke konzentriert.
Ozon ist ein giftiges Reizgas, das vorwiegend im Sommer auftritt. Es kann die Atemwege und Lungenfunktionen beeinträchtigen und somit die Leistungsfähigkeit einschränken.
Die SP fordert nachhaltige Präventionsmassnahmen: flächendeckende Einführung der Partikelfilter, strengere Abgasvorschriften. Werden die Grenzwerte überschritten, brauchen wir ausserdem Sofort-Massnahmen wie Tempolimiten oder vorübergehende Nutzungsverbote.
Lärm
Belästigung durch Lärm ist die am häufigsten wahrgenommene Form von Umweltbelastung. Etwa 15% der Bevölkerung Kantons Luzern leben in Gebäuden, in denen die Grenzwerte nicht eingehalten werden, und 3% wohnen an Orten, wo der Strassenlärm sogar den Alarmwert übersteigt.
Andauernde Lärmbelastungen führen zu Stressreaktionen, Bluthochdruck und zu erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die SP fordert die Einhaltung der Lärmverordnung. Bei Überschreitung der Grenzwerte sind Sofortmassnahmen durchzusetzen: z.B. Verkehrsberuhigung, Tempolimiten in Wohnquartieren etc.
Elektrosmog
Die elektromagnetische Strahlenbelastung kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken (Konzentrationsschwäche, Veränderung der Hirnströme, usw.). Die SP fordert, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden. Die Grenzwerte müssen zudem wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden. Vor allem Kinder sind zu schützen, z.B. in Schulhäusern und auf Pausenplätzen. Antennenstandorte sind kritisch zu überprüfen.
Abfall
Die SP setzt sich seit Jahren für eine verursachergerechte Abfallpolitik ein. Sie hat die Einführung der Sackgebühr in den meisten Gemeinden des Kantons Luzern unterstützt. Diese Gebühr hat dazu geführt, dass die Abfallmenge reduziert und der Abfall ökologisch entsorgt wird.
Abfalltourismus, Kehrrichtverbrennung im eigenen Cheminée und Littering sollen energisch bekämpft werden.
Die wichtigsten Forderungen der SP:
Der Energieverbrauch muss gesenkt, erneuerbare Energien sollen gefördert
werden.
Die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung und der Lärmverordnung sind
einzuhalten und wenn nötig mit gezielten Massnahmen durchzusetzen.
Abfallsünderinnen und -sünder sollen gebüsst werden.
Die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlenbelastung dürfen nicht
überschritten werden.



