Die SP Kanton Luzern hat heute die Volksinitiative «Bezahlbare Kitas für alle» mit 4’552 Unterschriften offiziell eingereicht. Die Initiative wurde in nur vier Monaten gesammelt! Dies zeigt wie gross das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer Verbesserung der Situation ist. Die SP unterstreicht mit der Initiative ihre familienpolitischen Forderungen zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf durch eine qualitativ hochstehende und bezahlbare Kinderbetreuung im ganzen Kanton Luzern. Dabei ist klar: Der Mehrwert der familienergänzenden Kinderbetreuung übersteigt deren Kosten deutlich. Höhere Einkommen der Eltern führen zu mehr Steuereinnahmen für die Gemeinden und tieferen Sozialhilfeausgaben. Die frühe, qualitativ gute und professionelle Förderung der Kinder führt zudem zu Einsparungen bei schulischen Fördermassnahmen, zu einer erfolgreichen schulischen Integration und insgesamt zu besseren Schulleistungen. Deshalb fordert die Initiative konkrete Verbesserungen im Angebot und der Finanzierung von vorschulischer, familienergänzender Kinderbetreuung im Kanton Luzern.

Flächendeckende Versorgung im ganzen Kanton

Die SP-Initiative fordert den Kanton Luzern dazu auf, eine flächendeckende Versorgung mit qualitativ guter familienergänzender Kinderbetreuung im frühkindlichen Bereich sicherzustellen. Die Versorgung mit Kita-Plätzen ist v.a. in ländlichen Regionen des Kantons auch heute noch ungenügend. Das führt dazu, dass nicht alle Menschen im Kanton denselben Zugang zu familienexterner Kinderbetreuung haben. Ein Umstand, den die Initiative beheben will.

 

Bezahlbare Tarife

Die hohen Kosten für die Kita hindern Eltern oftmals an der Nutzung. Die kommunale Unterstützung ist – wie eine Erhebung der Luzerner Zeitung zeigte[1] – auch je nach Gemeinde im Kanton unterschiedlich hoch. Durch die Initiative werden die von den Eltern zu tragenden Ausgaben und Tarife für die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter einkommensabhängig reduziert und betragen maximal 30 Prozent der Vollkosten pro Kind. Damit profitieren alle Eltern von der Initiative, auch solche mit mittleren und höheren Einkommen. Gleichzeitig werden aber auch Familien mit tieferen Einkommen weiter entlastet. «Aktuell wird ein Grossteil der Kita-Kosten von den Eltern selbst bezahlt, obwohl Kitas im Interesse der gesamten Gesellschaft sind», sagt Maria Pilotto, Grossstadträtin aus Luzern.

 

Gute Arbeitsbedingungen in Kitas

Gerade in der Betreuung von kleinen Kindern, ist gut ausgebildetes und motiviertes Personal enorm wichtig. Hohe Qualität in der Betreuung ist auch eine wichtige Voraussetzung, dass Eltern das Angebot nutzen. Deshalb fordert die Initiative vom Kanton Luzern faire Arbeitsbedingungen für die in der familienergänzenden Kinderbetreuung tätigen Personen. Dazu soll von den Sozialpartnern ein Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt werden.

 

Faire Finanzierung

Wie bereits in anderen Kantonen üblich, soll der Kanton durch die Initiative auch die Gemeinden und Unternehmen im Kanton Luzern angemessen an der Finanzierung von Kita-Plätzen beteiligen. Denn ausreichend finanzierte familienergänzende Kinderbetreuung ist gerade für kleinere und mittlere Unternehmen wichtig. Sie können so beim Kampf um Fachkräfte entscheidende Nachteile gegenüber grossen Firmen wettmachen. Denn grosse Unternehmen haben eher eigene Kitas oder unterstützen ihre Angestellten finanziell. «Gerade auch KMUs profitieren von einem flächendeckenden, bezahlbaren Angebot an Kitas, da sie damit Fachkräfte halten können», ist Urban Sager, Kantonsrat aus Luzern überzeugt.

 

Kontakt:

Urban Sager, Kantonsrat, Luzern, 079 794 81 80

Maria Pilotto, Grossstadträtin, Luzern, 079 539 87 73

Nadja Stadelmann, Vizepräsidentin SP Kanton Luzern, Werthenstein, 079 567 09 79

 

06. Jul 2022